Die Rallye Großbritannien wartet mit kurvenreichen Prüfungen auf Foto: Citroen
Die Rallye Großbritannien wartet mit kurvenreichen Prüfungen auf Foto: Citroen

Vorschau Rallye Großbritannien

Runderneuerter Klassiker

Die Rallye Großbritannien steht seit 1973 im Kalender der WRC. Zum Jubiläum präsentiert sich die Hatz durch die walisischen Wälder runderneuert.

Die Rallye Großbritannien präsentiert sich 2013 in völlig neuem Gewand. Am Donnerstag, den 14. November, beginnt die Rallye mit einem Feuerwerk. Nach dem zeremoniellen Start vor Conwy Castle soll es außerdem eine Flammen- und Laser-Show geben. Alles für den Zuschauer, der mehr denn je im Vordergrund steht.

Drei Familien-freundliche Zuschauerprüfungen wurden neu geschaffen: Die Sweet Lamb am Freitag, die auf einem Übungsgelände für Rallyefahrkurse ausgetragen wird, Chirk Castle am Samstag und Kinmel Park am Sonntag. Damit sollen nicht nur eingefleischte Rallye-Fans, sondern auch Familien, die einen unterhaltsamen Tag verbringen wollen, angelockt werden. Geboten werden große Leinwände, Live-Musik und ein Rahmenprogramm.

Außerdem neu ist der Service Park in Deeside - das gesamte Event ist in den Norden von Wales gezogen. 22 Prüfungen liegen vor den Piloten, der Sieger wird am Sonntagabend in Llandudno gefeiert. Die Veranstalter haben weder Kosten noch Mühen gescheut. So soll die berüchtigte Great Orme, eine von zwei Asphaltprüfungen der Rallye, unter Flutlicht gefahren werden.

Auch wenn soweit alle Titel vergeben sind, ist für Spannung gesorgt. Denn es stellt sich die Frage, ob es Sebastien Ogier als Weltmeister endlich gelingt, bei der Rallye Großbritannien Punkte einzufahren. Bislang verhinderten Crashs ein besseres Ergebnis als Platz elf. Möglicherweise klappt es dieses Jahr - ohne Druck. "Keine Taktik, nur Vollgas von der ersten Minute an. Volkswagen hat die Hersteller-Wertung gewonnen, Julien [Ingrassia] und ich die Fahrer- und Beifahrer-Wertung. Die Rallye gehörte nie zu meinen Lieblingsveranstaltungen, aber mit zunehmender Erfahrung wächst auch mein Selbstvertrauen hier", meinte Ogier.

"Einige Dinge sind eher unwirtlich: die niedrigen Temperaturen, Regen, Nebel und Matsch auf den Straßen in den Wäldern von Wales. Das klingt wie das Rallye-Paradies für meine Teamkollegen - und ich muss ihnen zustimmen. Es gibt womöglich keine bessere Art, die Saison zu beenden, als mit einem Sieg bei der Rallye in Wales. Das ist also mein Ziel", fügte er hinzu.

Teamkollege Jari-Matti Latvala gewann die Rallye Großbritannien in den vergangenen zwei Jahren und peilt nun Sieg Nummer drei an. "Die Rallye Großbritannien ist wie eine zweite Heimrallye für mich", gestand der Finne. "Das Profil der Prüfungen und der Rhythmus sind einmalig. Ich mag schnelle Strecken - und dies ist definitiv eine schnelle Rallye. Manchmal hofft man in Wales, dass es nicht zu rutschig und matschig wird. Das kann schon manchmal anstrengend werden." Da die Rallye nun im Norden von Wales stattfindet, gebe es mehr kurvenreiche und daher auch technisch anspruchsvollere Prüfungen. Im Süden seien die Wertungsprüfungen insgesamt schneller gewesen, analysierte Latvala.

Einen "Titel" gibt es in Wales doch noch zu erringen: den des Vize-Champions. An sich der erste Verlierer wäre es in dieser Saison derjenige, der noch am ehesten mit Dominator Sebastien Ogier mithalten konnte. Latvala würde jedoch selbst ein Sieg und der Gewinn der Power Stage nicht reichen, um die 14 Punkte Rückstand auf den derzeitigen Zweiplatzierten Thierry Neuville gutzumachen.

Neuville hat sich ein starkes Ergebnis vorgenommen, um sich würdig von seinem Arbeitgeber M-Sport zu verabschieden, ehe er sich zu Hyundai begibt. "Ich würde gerne um den Sieg kämpfen und es wäre großartig, die Saison mit einem weiteren Podium für das Team zu beenden", erklärte der Belgier, der in dieser Saison sechs Podestplätze einfuhr.

Saison 2020