Sebastien Ogier triumphierte zum fünften Mal mit Volkswagen Foto: Volkswagen Motorsport
Sebastien Ogier triumphierte zum fünften Mal mit Volkswagen Foto: Volkswagen Motorsport

Ogier feiert ersten Finnland-Sieg

Neuville entscheidet markeninternes Duell für sich

Sebastien Ogier erfüllte sich mit dem Sieg bei der Rallye Finnland einen Traum. Thierry Neuville und Mads Östberg fuhren zwei Podestplätze für M-Sport ein.

Sebastien Ogier heißt der Sieger der Rallye Finnland und damit trägt sich erst zum fünften Mal in der Geschichte des Events ein Fahrer, der nicht aus Skandinavien stammt, in die Siegerliste ein. Mit einem Vorsprung von mehr als 38 Sekunden in den letzten Tag gestartet, steigerte Ogier nach und nach seine Pace und trumpfte bei den zwei Durchfahrten der gefürchteten Ouninpohja auf. Nach der Bestzeit am Morgen pulverisierte er am Nachmittag die Rekordzeit für diese Stage.

Mit einem Vorsprung von 36,6 Sekunden überquerte Ogier nach der abschließenden Power Stage, die Thierry Neuville für sich entschied, die Ziellinie. "Das bedeutet mir viel. Ich bin glücklich, hier in Finnland gewonnen zu haben. Wir hatten ein fantastisches Wochenende", so der strahlende Sieger. Neuville feierte den vierten Podestplatz in dieser Saison vor seinem M-Sport-Kollegen Mads Östberg, mit dem er sich am Abschlusstag ein packendes Duell lieferte. Dieses fand auf der zweiten Durchfahrt der Ouninpohja ein vorzeitiges Ende, als Östberg einem Stein ausweichen musste. "Er war massiv, daher bin ich von der Straße gefahren, um ihm auszuweichen und habe mich dann gedreht. Ich hatte die Wahl: entweder das oder den Stein treffen und das Auto zu Schrott fahren", erklärte er.

Östberg hätte es ohnehin nicht leicht gehabt, seinen Markenkollegen Neuville im Zaum zu halten, denn dieser war auf der zweiten Durchfahrt der Ouninpohja zwar 4,6 Sekunden langsamer als Ogier, lag damit jedoch ebenfalls deutlich unter dem Rekord, den einst Mikko Hirvonen aufstellte. Dieser musste sich bei seiner Heimrallye mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Allerdings hätte er angesichts zweier Beinahe-Überschläge auch leer ausgehen können.

Platz fünf erbte in den Schlusszügen der Rallye ein ansonsten im Niemandsland fahrender Dani Sordo. Er profitierte von den Ausfällen von Citroen-Kollege Kris Meeke und Mini-Pilot Jarkko Nikara. Letzterer schied auf einer Verbindungsetappe mit gebrochenem Dämpfer aus, während sich Meeke auf der Ouninpohja 2 vier Mal überschlug. Der Nordire saß bei der Rallye Finnland erstmals im Citroen DS3 WRC und hatte sich wacker geschlagen, ehe ihn das bittere Aus ereilte.

Evgeny Novikov betrieb mit Platz sechs Schadensbegrenzung, nachdem er an Tag zwei einen Stapel Baumstämme touchiert hatte. Hinter ihm feierte Jari Ketomaa nicht nur den Sieg in der WRC2, sondern auch einen starken siebten Platz. Robert Kubica wurde hinter Per-Gunnar "P-G" Andersson Neunter des Gesamtklassements und Zweiter der WRC2-Kategorie. Andreas Mikkelsen, der nach einem Aufhängungsschaden unter Rally2-Reglement fuhr, kämpfte sich auf Platz zehn nach vorne. VW-Kollege Latvala, der ebenfalls unter Rally2-Regeln fuhr, erreichte Platz 17 und ergatterte auf der abschließenden Power Stage einen Punkt.

Saison 2020