Sebastien Loeb holte den Titel Foto: Citroen
Sebastien Loeb holte den Titel Foto: Citroen

Loeb holt Titel, Latvala gewinnt

Dramatisches Saisonfinale

Sowohl Tabellenführer Sébastien Loeb (Citroen) als auch Titelrivale Mikko Hirvonen (Ford) schieden nach Unfällen aus.

Acht WM-Zähler trennten Loeb und Hirvonen vor dem 13. und letzten WM-Lauf des Jahres. Für Ford-Pilot Hirvonen bedeutete dieses, er musste auf Angriff fahren, um seinen Punkterückstand aufzuholen. Ab der ersten Wertungsprüfung lieferte sich der Finne einen spannenden Zweikampf mit Loeb um die Führung. Doch kurz nachdem er auf der sechsten WP den ersten Platz übernommen hatte, beschädigte Hirvonen auf der folgenden Prüfung bei einem Dreher den Kühler seines Ford Fiesta RS WRC - das Aus für den 31-Jährigen sowohl in der Rallye als auch im Titelkampf. "Leider habe ich einen Baumstumpf getroffen. Ich bin danach noch rund fünf Kilometer weitergefahren, doch da der Motor das komplette Kühlwasser verloren hatte, musste ich aufgeben."

Damit war klar, dass Sébastien Loeb zum achten Mal in Folge die Rallye-Weltmeisterschaft gewinnt. Dennoch ließ es der Franzose danach nicht ruhiger angehen. Denn der Citroen-Pilot wollte die Rallye in den Wäldern von Wales mit seinem sechsten Saisonsieg beenden. Doch auch Loeb sollte nicht ins Ziel kommen. Auf Platz zwei hinter Jari-Matti Latvala im zweiten Werks-Ford liegend kollidierte der Franzose am Sonntagmorgen auf dem Verbindungstück zur zweiten WP mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Auch Loeb erlitt dabei an seinem Citroen DS3 einen Kühlerschaden und musste aufgeben. "Der Unfall war nicht zu verhindern", so der Rekord-Weltmeister. "Zum Glück war der Titelkampf zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden."

Nach dem Aus von Loeb fuhr Latvala souverän zu seinem ersten Saisonsieg. Im Ziel hatte der Finne mehr als 3.40 Minuten Vorsprung auf Mads Østberg im Stobart-Ford. Dritter wurde dessen Teamkollege Henning Solberg. Knapp dahinter verpasste MINI-Pilot Kris Meeke seinen ersten WRC-Podestplatz. Der Brite lag vor der sogenannten Power Stage nur 1,8 Sekunden hinter Solberg, verlor aber auf der Abschlussprüfung durch einen Dreher wertvolle Zeit. Die Top Fünf komplettierte mit Matthew Wilson im dritten Stobart-Ford ein weiterer Lokalmatador.

Der WM-Dritte Sébastien Ogier hatte bereits auf der ersten WP der Rallye einen Unfall. Nach dem SupeRally-Reglement nahm er den Lauf am zweiten Tag wieder auf. Mit mehreren Bestzeiten verbesserte er sich noch auf den elften Rang. Der lange auf Podestkurs liegende Ex-Weltmeister Petter Solberg schied mit seinem Citroen wegen einer undichten Benzinleitung ebenso wie Markenkollege Kimi Räikkönen (Unfall) vorzeitig aus.

Craig Breen sicherte sich mit seinem Sieg den Titel in der erstmals ausgeschriebenen WRC Academy. Der Ire beendete die Saison punktgleich mit Egon Kaur, setzte sich aber im Teambreak aufgrund der mehr gefahrenen WP-Bestzeiten durch.

Saison 2020