Ein Ire greift an Foto: Andre Lavadinho
Ein Ire greift an Foto: Andre Lavadinho

Craig Breen:

Neue Nachwuchshoffnung der Rallye-Szene

Der Ire triumphierte bei der ADAC Rallye Deutschland und der Rallye Wales und sicherte sich den Gesamtsieg in der WRC-Akademie.

Herr Breen, seit wenigen Tagen sind Sie wieder zuhause in Waterford. Haben Sie den Gewinn der WRC-Akademie schon verarbeitet?
"Ich bin immer noch ganz überwältig und glücklich. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich realisiert habe, was passiert ist. Aber der Sieg macht mich sehr stolz. Und der Empfang in meiner Heimat war großartig - ich wusste gar nicht, dass ich hier so viele Fans habe. Am Abend haben wir dann alle gemeinsam in einem irischen Pub gefeiert - das war fantastisch."

Sie gelten als Spätzünder. Wann haben Sie Ihre Rallye-Karriere begonnen?
"Ich bin von 1999 bis 2007 Kart gefahren und war sehr gut. 2009 habe ich mich dann erst für den Umstieg in den Rallye-Sport entschieden. In Portugal habe ich in der Fiesta Sport Trophy an meinem ersten WRC-Lauf teilgenommen und habe die Serie auch gewonnen. Nach einigen Starts in Großbritannien bin ich dann 2011 in die WRC-Akademie aufgestiegen."

Ihr Vater ist ein bekannter irischer Rallye-Pilot. Welche Rolle spielt er in Ihrem Leben?
"Mein Vater ist zweifacher irischer Meister. Er ist mein Idol, mein Manager und mein größter Fan. Ich habe ihn schon als Kind zu vielen Veranstaltungen begleitet und das hat in mir die Leidenschaft für den Rallye-Sport geweckt."

Was waren Ihre persönlich schönsten Momente 2011?
"Der Gewinn der ADAC Rallye Deutschland zählt sicherlich zu den Höhepunkten der vergangenen Saison. Wir haben dort unsere erste WRC-Akademie-Rallye gewonnen. Zuvor hatte Egon Kaur die Saison dominiert - aber dann wendete sich das Blatt."

In einem viertägigen Auswahlverfahren haben Sie sich kürzlich einen von 18 begehrten Plätzen in im Förderprogramm der FIA-Akademie erkämpft. Wie werden Sie diese Chance nutzen?
"Das Ziel der FIA-Akademie ist es, junge Talente zu fördern. Und ich möchte so viel wie möglich dazulernen. Uns wird zum Beispiel beigebracht, wie wir unsere Fitness, unseren Fahrstil und unsere Karrieremanagement verbessern können. Ich trainiere zwar auch privat zwei Mal am Tag, gehe viel Laufen und Fahrradfahren - aber ich kann noch viele Aspekte verbessern. Ich freue mich daher sehr auf den ersten Workshop im Dezember."

Welche Ziele haben Sie sich für die kommende Saison gesetzt?
"Ich werde mit einem Ford Fiesta S2000 an der SWRC teilnehmen. Der Start beim Saisonauftakt in Monte-Carlo wird zeigen, wie konkurrenzfähig ich bin. Ich hoffe sehr, dass ich mich schnell einfinden werde, denn ich will auch dort der Beste sein."

Saison 2020