Sébastien Loeb hat die Rallye Deutschland zum achten Mal in Folge gewonnen. Markenkollege Daniel Sordo belegt mit 51,3 Sekunden Rückstand Platz zwei vor Sébastien Ogier. Die letzte Bestzeit auf dem Survolt Circus Maximus ging an Kimi Räikkönen.
Kalender 2010
Marken
Punkte
Pos   Fahrer   Punkte
1   S. Loeb 191
2   S. Ogier 133
3   J. Latvala 117
4   P. Solberg 100
5   D. Sordo 95
Abschluss-Pressekonferenz
Teilnehmer:
1st - Sébastien Loeb, Citroën Total World Rally Team
1st - Daniel Elena, Citroën Total World Rally Team
2nd - Dani Sordo, Citroën Total World Rally Team
2nd - Diego Vallejo, Citroën Total World Rally Team
3rd - Sébastien Ogier, Citroën Total World Rally Team
3rd - Julien Ingrassia, Citroën Total World Rally Team
Oliver Quesnel, Team Principal, Citroën Total World Rally Team

Sébastien, herzlichen Glückwunsch zum achten Sieg bei der ADAC Rallye Deutschland in Folge und deinem 59. WRC-Erfolg. War dies ein perfektes Wochenende?
SL:
Ja. Es war wirklich ein perfektes Wochenende. Zu Beginn hatte ich einen großen Kampf mit Dani. Er hat voll angegriffen. Ich konnte mich nicht absetzen. Es gelang mir erst nach der Panzerplatte. Ab da fühlte ich mich mit meinem Vorsprung sicherer.
 
Hast du dich nach dieser langen Prüfung wirklich sicher gefühlt?
SL:
Nein, wenn man weiß, dass noch mal 48 Kilometer vor einem liegen, dann kann man sich nicht sicher sein. Es gibt viele schnelle und enge Stellen, wo es darauf ankommt präzise zu fahren. Da trifft man leicht etwas. Ich fuhr jedoch bis zum Ende sehr konzentriert.
 
Hast du irgendwelche Fehler gemacht?
SL:
Ja, am Freitag habe ich einen Abzweig verpasst, aber das war alles.
 
Daniel, ihr habt jetzt 58 Punkte Vorsprung in der Fahrer- und Beifahrer-Weltmeisterschaft. Glaubst du, ihr könnt den Titel bereits bei der nächsten Rallye in Japan gewinnen?
DE:
Es ist ein beträchtlicher Vorsprung in der Meisterschaft. Mathematisch gesehen ist es möglich. Wenn man jedoch an letzte Saison denkt, erkennt man, dass nichts sicher ist, bevor man den Titel wirklich gewonnen hat.
Ich würde lieber in Japan gewinnen. So hätte ich für die Elsass-Rallye in Frankreich den Kopf frei.
 
Séb, würdest du den WM-Titel lieber bei deinem Heimspiel in Frankreich holen?
SL:
Das Wichtigste ist, ihn überhaupt zu gewinnen. Es ist nicht so wichtig wo. Wir werden definitiv versuchen, in Japan zu gewinnen.
 
Dani, Glückwunsch zum zweiten Platz! Deutschland ist eine harte Rallye. Und du musstest dich an deinen neuen Beifahrer gewöhnen. Es sieht aus, als würde eure Zusammenarbeit sehr gut funktionieren?
DS:
Ja, ich bin sehr zufrieden mit Diego. Ich denke dieses Ergebnis ist wirklich gut für seine erste Rallye in der WRC.
 
Du hast am Freitag und Samstagmorgen Druck auf Sébastien ausgeübt. Wann hast du festgestellt, dass du ihn nicht einholen kannst?
DS:
Am ersten Tag hat der Kampf mit Seb richtig Spaß gemacht. Am zweiten Tag begannen wir, Sébastiens Zwischenzeiten zu verfolgen, doch er begann noch stärker anzugreifen. Auf der langen Prüfung war er wirklich sehr gut. Seine Zwischenzeiten wurden immer schneller. Als er einen Vorsprung von 23 Sekunden hatte, haben wir festgestellt, dass es nicht mehr möglich ist, ihn einzuholen.
 
Du hast vier Wertungsprüfungen gewonnen. Bist du mit deinem zweiten Platz zufrieden? Hast du Fehler gemacht?
DS:
Ich bin total glücklich. Ich bin hier zum ersten Mal auf dem zweiten Platz. Der fünfte Platz in der Meisterschaft ist wirklich gut für mich. Es gibt mir viel Selbstvertrauen.
 
Diego, herzlichen Glückwunsch zur ersten WRC-Rallye und zum zweiten Rang. Wie viel Drück verspürtest du vor und während der Rallye?
DV:
Für mich war es unglaublich, da ich von jedem unterstützt wurde. Ein Traum wurde wahr.
 
Du bist zum ersten Mal mit Dani in der WRC angetreten. Lastete viel Druck auf deinen Schultern?
DV:
Ich versuchte, mich auf den Aufschrieb und die Prüfungen zu konzentrieren. Dani fuhr unglaublich gut. Es ist sehr angenehm, mit ihm zu fahren.
 
Sébastien, herzlichen Glückwunsch zum dritten Rang. Wir haben dich hier 2008 in der JWRC siegen sehen. Aber dieses Jahr warst du in der WRC vorn dabei. Hast du erwartet, aufs Podium zu fahren?
SO:
Ich weiß nicht. Es war jedenfalls das Ziel. Ich wusste vor der Rallye, dass es schwierig für mich sein wird, auf das Podium zu fahren, aber ich habe es geschafft - obwohl ich immer noch weit von Seb und Dani entfernt bin. Ich bin die Rallye zu Ende gefahren und habe Punkte für die Meisterschaft gesammelt. Es ist definitiv ein gutes Ergebnis.
 
Du hattest gestern einen starken Fight mit Jari-Matti Latvala am Samstag. Wie viele Risiken musstest du eingehen, um solche Zeiten zu fahren?
SO:
Auf der ersten Etappe war ich stellenweise zu vorsichtig, auf der zweiten machte ich etwas mehr Druck. Beim ersten Durchgang auf der Panzerplatte hatte Latvala einen Dreher, ich ging in der Wertung an ihm vorbei und konnte meinen Vorsprung halten.
 
Sébastien, es gibt dieses Jahr noch zwei weitere Asphalt-Rallyes. Glaubst du, dass du noch näher an Seb (Loeb) und Dani heran kommen kannst?
SO:
Ich möchte den anderen gratulieren. Sie sind hier unglaublich schnell gefahren. In Frankreich würde ich den Abstand zu ihnen gerne verringern.
 
Es gab kurzzeitig Probleme mit dem Fahrzeug. Hat dich das beunruhigt?
JI:
An den Haarnadelkurven habe ich den Motor mehrmals abgewürgt. Das hat uns Zeit gekostet.
 
Wie hat dir die ADAC Rallye Deutschland gefallen?
JI:
Man mag vielleicht schnell auf Asphalt sein, aber hier ist es ganz anders.
 
Erster, zweiter und dritter Platz an Citroën - ein perfektes Resultat für das Team. Beide Meisterschaftstitel sind nun noch greifbarer.
OQ:
Ja, es ist großartig für Citroën. Besonders, wenn man bedenkt, dass wir dieses gute Ergebnis hier in Deutschland erzielt haben. Der deutsche Markt ist sehr wichtig für uns. Unser Erfolg hier ist sehr wichtig für das Markenimage. Es ist großartig, dass wir hier zum achten Mal gewonnen haben.
 
In der Hersteller-Meisterschaft wird noch hart gekämpft…?
OQ:
Wir versuchen jede Rallye zu gewinnen. Dies wird auch bei der nächsten Rallye unser Ziel sein. Wir werden sehen, was passiert.
 
Frage aus dem Publikum
Björn Pazen
Trierischer Volksfreund, Deutschland
Seb, was gefällt dir an der ADAC Rallye Deutschland am besten – außer siegen?
SL:
Ich habe hier viele Leute, die mich unterstützen. Keine Rallye ist näher an meinem Heimatort. Sie ist nur 200 Kilometer entfernt. Viele meiner Freunde kommen als Zuschauer hier her und genießen die tolle Atmosphäre. Ich habe auch ein gutes Gefühl für die Straßen. Es macht mir Spaß, hier zu fahren.